Streifen des Monats: Oh Boy

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Was in Berlin passiert, meint jeder ungefähr zu kennen. Da pulsiert das Leben, da sind Millionen kreative Menschen auf der Suche nach Identität, Aufmerksamkeit und Selbstverwirklichung. Da locken tausende Versuchungen und Möglichkeiten an jeder Straßenecke, da werden Trends gemacht. Berlin ist laut, schnell und mitreißend. Das alles gibt es in „Oh boy“ nicht zu sehen. Hier wird der vermeintliche Durchschnittstyp Niko Fischer einen Tag lang auf seinem Streifzug durch die Stadt begleitet. In schwarz-weiß.

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Bekanntheiten im Streifenshirt – Pablo Picasso

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Eines der bedeutendsten Gemälde Pablo Picassos, „Les femmes d’Alger“, wurde heute in New York für 180 Millionen Dollar versteigert. Das ist ein neuer Weltrekord. Grund genug, das Leben des spanischen Malers, Bildhauers und Grafikers zu betrachten. Immerhin gilt er als einer der wichtigsten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Außerdem verlieh Picasso dem Streifenshirt eine latent intellektuelle Aura – wie sie Avantgardisten nun mal umgibt.

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Die Vorzüge des Fahrradfahrens

 Die modernen Städter haben es schon längst neu für sich entdeckt: Fahrradfahren ist wieder hip. Vor einigen Jahrzehnten galt das Auto noch als klares Statussymbol. Es stand für Freiheit, Reichtum und schnelles Vorankommen im Rennen, das sich Leben nennt – durchaus Werte, die in unserer heutigen Individualisten- und Selbstoptimierergesellschaft noch Platz haben. Inzwischen sind aber weitere dazugekommen, wie beispielsweise Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. Hier kommt das Fahrrad ins Spiel.

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Über das Potenzial des ernsthaften Aufzugs

Kennt jemand noch Simon Gosejohanns Klamauk-Sendung „Comedystreet“? In dieser lief er unter anderem mal verkleidet als harter Rocker mit Lederkluft, Cowboystiefeln, blonder Perrücke und Pilotensonnenbrille durch die Straßen und sprach Passanten mit Fistelstimme an – bis ihm einfiel, dass er zum Blockflötenunterricht müsse und davoneilte. In dieser Rolle interviewte er sogar Lemmy Kilmister, Sänger von Motörhead. Der Gag entstand durch die Differenz zwischen Erwartungen und Wirklichkeit. Ein weniger lustiges Beispiel: Der New Yorker Investmentbanker Patrick Bateman aus „American Psycho“. Während er in der Öffentlichkeit die Fassade des reichen Yuppies mit teurem Kleidungsstil wahrt, begibt er sich privat in eine Abwärtsspirale aus Gewaltexzessen und Drogen.

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Der Pinselwahn

ESSIE nail polish chart. I wonder if @Alyssa Bauer has this pinned? Sie sind mir ein Rätsel. Diese meterlangen Regalbretter, an die Wand montiert und bestückt mit allen Farbnuancen des Regenbogens, abgefüllt in kleine Glasfläschchen. Manchmal bekomme ich den Eindruck die Anhäufung riesiger Nagellacksammlungen gehört unter Modemädchen mittlerweile zum guten Ton. Mehr noch, es artet in eine Obsession aus. Unter #nailpolishrack lässt sie sich auf Instagram mit über 10.000 Schnappschüssen bestaunen. Manche würden da sagen jeder solle doch entscheiden, wofür er sein Geld ausgibt. Richtig, für mich aber ein Fall des unreflektierten Konsums.

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Streifen des Monats: Blue Jasmine

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Cate Blanchett in der Rolle, die ihr 2014 den zweiten Oscar einbrachte: Blue Jasmine bietet Fans von Woody Allens Filmen wieder all das, was sie lieben. Schrullige Figuren auf der Suche nach dem richtigen Lebensweg und allerlei Irrungen, Wirrungen und versteckter Wahrheiten, die natürlich alle ans Licht kommen.

Erscheinungsjahr: 2013

Regie: Woody Allen

Hauptrollen: Cate Blanchett, Alec Baldwin, Sally Hawkins

Der Plot: Jasmine redet zu viel. Sie nervt. Schon auf dem Flug von New York nach San Francisco, ihre neue Heimatstadt, strapaziert sie mit unendlichen Selbstgesprächen die Geduld ihrer Sitznachbarin. Außerdem ist Jasmine abgebrannt und irre. Als die kriminellen Geschäfte ihres überaus reichen Mannes aufflogen und er ins Gefängnis waderte, bekam sie einen Nervenzusammenbruch. Weil Jasmine aber nicht alleine sein kann, zieht sie zu ihrer Schwester Ginger. Der eröffnet sie auch gleich, sie „habe Schulden, dass es knallt.“ Ein rarer Moment der Selbstreflexion, die übrige Zeit ertränkt sie ihre Sorgen nämlich lieber in Martinis.

Eigentlich hatte Jasmine alles: Geld, Status, ein Riesenhaus, einen mit Designerteilen überfüllten Kleiderschrank, feine Gesellschaft, das süße Leben und einen fremdgehenden fürsorglichen Ehemann. Während sie es sich gut gehen ließ, vermied sie den Kontakt zu Ginger. Beide wurden adoptiert und haben ziemlich verschiedene Lebensweisen. Nun müssen sie versuchen miteinander klar zu kommen. Vor allem Jasmine fällt das schwer – ohne Geld und einflussreiche Kontakte. Besonders mit Gingers Freund kann sie sich schwer arrangieren.

Wer Woody Allens Filme kennt, weiß wie schräg und urkomisch seine Charaktere gezeichnet sind. Auch Blue Jasmine bietet wieder einen wunderbaren Blick hinter die perfekt aufgebauten Fassaden von Menschen. Oft weiß man nicht, ob lachen oder weinen angebrachter ist. Jasmines ständige Bemühungen des Aufstiegs wirken urkomisch und tragisch zugleich. Besonders der Filmtitel klingt wunderbar mehrdeutig: Blue Jasmine spielt mit ihrer Alkoholsucht, Melancholie und „Blue moon“ (zu diesem Stück haben sich Jasmine und ihr Mann auf Martha’s Vineyard kennengelernt).

Playlist für den Frühling

"I’ll let you be in my dreams if I can be in yours" — Bob Dylan

Wenn die Sonne wieder höher steigt und länger bleibt, es wärmer wird, die Bäume ausschlagen und überall Blumenduft durch die Luft wabert, kann die Menschheit aufatmen – Pollenallergiker ausgenommen, zu denen zähle ich leider auch. Bis die unangenehme Phase des Gräserpollenflugs wieder beginnt, bleibt aber auch mir etwas Zeit, den Frühling zu genießen. Vor allem mit Musik! Kleine Warnung: Diesmal wird es recht elektronisch.

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