Handbuch für den Herbst

Am Anfang meiner diesmaligen Überlegungen stand der Gedanke an den Herbst. Im Radio lief gerade ein sehr nachdenklich-trauriges Lied von Damien Rice. „Das passt doch super zur Jahreszeit, auf zu einer neuen Playlist!“, dachte ich. Stimmt auch, nur leider spürt man schon bei der imaginären Zusammenstellung ebendieser Playlist eine gewisse Schwere im Herzen. Der Himmel draußen zeigt sich auch größtenteils grau. Es ist windig, es ist kalt. Zeit sich in sein kuscheliges Bettchen zurückzuziehen. Witz! Ich habe momentan gar kein Bett. Eines steht nun fest: Die guten Seiten des Herbstes müssen hervorgehoben werden. So bekämpft ihr die drohende Depression der kalten Jahreszeiten in vier Schritten:

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Neuanfang

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Mit einem großen Knall ging meine Bachelorstudienzeit vorbei. Auf meinem Abschlussball wurde mit nämlich meine Handtasche samt Telefon geklaut, böööse! Deshalb gibt es leider für heute keine Fotos vom Abend und in naher Zukunft wohl auch nicht. Der Dieb lacht sich hoffentlich tot beim Anblick meiner iPhone-Bildergalerie. Mein Kleid war eine Entscheidung in letzter Minute. Wer meinen Instagram-Account verfolgt (welcher übrigens mit dem Klau meines Telefons ebenfalls lahmgelegt wurde), hat schon meine Italienreise mitbekommen. Eigentlich war im Anschluss ein ausführliches Urlaubstagebuch mit zahlreichen Pizza, Piazza und glücklich-am-Gardasee-Sophie-Bildern geplant. Auch von diesem schönen Gedanken muss ich mich verabschieden. Ich schweife ab, zurück zum Kleid. Das Paket kam tagesgleich zum Ball an, nachdem ich mir in der Haustür den Mittelfinger gequetscht und vom Friseur meines Misstrauens die Haare entstellen ließ. Ich hätte den Verlauf des Abends erahnen müssen! Sieben verschiedene Modelle standen zur Auswahl, ich entschied mich für dieses. Absolute Kaufempfehlung!

Weitere unwichtige Details des besagten Tages erspare ich meiner geschätzten Leserschaft nun. Stattdessen werfe ich lieber den Blick nach vorn. Und was sehe ich? Bewerbungsunterlagen, den nahenden Herbst und irgendwie das totale Ungewisse. Das schreit förmlich nach einer neuen Musik-Playlist. Also gut, ich starte den Versuch, meiner Aufbruchstimmung eine Melodie zu geben.

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Nachtmusik

Da sitze ich mal wieder und sollte eigentlich ernsthaft mit meiner Bachelorarbeit beginnen. Nun ist es aber so, dass die Sonne trotz nahender Mittsommernacht um kurz nach 0 Uhr in meinem Breitengrad nicht scheint. Es bedarf künstlichem Licht, einer Lampe also. Die Glühbirne ebendieser hat jedoch vor etwa einer Stunde entschlossen, ihren Dienst für immer aufzugeben. Es ging recht schnell, plötzlich hielt ich das Glas in der Hand, das Gewinde steckt noch. Kurz gesagt: das Lichtlein ist mir nun ausgegangen; in Lampe und Kopf gleichermaßen. Was macht man in diesen Fällen? Musik hören. Hier meine Playlist für produktiv unproduktive Nächte, crescendo und decrescendo inklusive:

Banks – Warm water

Wankelmut – Wasted so much time

 

Rudimental – Waiting all night (Unbedingt auch das Video ansehen!)

Klangkarussell – Netzwerk

Air – das komplette Album „Moon Safari“, hier stellvertretend La femme d‘argent

Hot Chip – How do you do

Daft Punk – Something about us

John Mayer – Free fallin Cover

Montagsmusik

Seit Januar 2014 gibt es neues Ohrenfutter für Indie-Fans. Brian Burton, auch bekannt als Danger Mouse von Gnarls Barkley, und James Mercer, Frontman der US-Band The Shins, haben sich wiederholt ins Studio begeben. Herausgekommen ist ein Album mit dem vielversprechenden Titel „After the disco“. Die erste Singleveröffentlichung klingt atmosphärisch. Hier und da lassen sich sogenannte Aliensounds (Neuologismus meinerseits) ausmachen. Das Musikvideo greift genau dies auf und erzählt eine zwischenmenschliche Geschichte im Weltall. Ansehen!

Da uns jüngst mal wieder der Valentinstag beglückte, schiebe ich noch ein Liebesgeschichte hinterher. In diesem Falle zwischen Mensch und Affe. Die größte Frage, die ich mir zu diesem Lied stelle: Warum blieb der Erfolg dieser Single aus? Wahrscheinlich fehlte den Bag Raiders der dazugehörige Werbespot…

Anstatt der Neujahrvorsätze

2014 hat begonnen. Schnee ist in weiter Ferne, Sonne ebenso. Ich träume aber von beidem. Wie auch immer, diesen Sommer werde ich…

Fahrrad fahren, bis ich nicht mehr kann.

viel tanzen.

schwimmen gehen.

der Oper einen Besuch abstatten – ein Sommernachtstraum steht auf dem Programm.

in diversen Dachlounges abhängen und Cocktails schlürfen.

braun.

jemanden gern haben.

Gurken, Erdbeeren, Bananen, Birnen, Tomaten, Himbeeren, Kiwis und Melonen essen. Immer wieder.

meine Bachelor-Arbeit schreiben.

das hier hören:

Vielleicht.

Groovy baby!

Hach, ich bin ihm immer noch verfallen. Mayer Hawthorne, wie schaffst du es, diese unglaubliche Lässigkeit in jedes Lied einzustreuen? Gerade heute habe ich ein DJ Set auf deiner Soundcloud entdeckt. Warum spielen so viele andere nur wummernde Bässe ohne Groove und Rücksicht auf die anwesenden Trommelfelle?

Und weil der 36-Minuten-Mix mich nur nach mehr schreien lässt, noch den ersten Albumtrack „Back seat lover“ hinterher. Zu schade, dass du bei deinen kommenden Auftritten im Lande nur Bruno Mars supportest. Ich brauche doch nur dich, deine Band und ein paar Stunden Livemusik! Edit: Aber bitte, bitte, bitte lass diesen neuen dämlichen Haarschnitt sein und setz dir deine Brille wieder auf!

Nicht traurig sein, wenn Mayers Album ausgehört ist. Dann geht es einfach weiter mit dem französischen DJ/Musikproduzenten Breakbot. „Baby I’m yours“!

Kleiner Stilwechsel. Einer meiner viele Geschmäcker ist der Brit Pop und dort tut sich momentan wieder etwas. Eigentlich möchte ich nicht auf die Showkatastrophe  „Wetten, dass..?“ Bezug nehmen, aber dort hatte der liebe, junge John seinen zweiten Liveauftritt im deutschen TV. Bei meiner Netzrecherche habe ich ein Backstage-Interview gefunden, in dem er einiges über seine musikalischen Machenschaften verriet. Er schreibt und produziert seine Lieder selbst, schneidert sich eigene Klamotten und hält auch sonst das kreative Zepter in der Hand. Seine erste hier veröffentlichte Single heißt „Love me again“. Das Video ist ein Knaller – mit überraschendem Ende. Die Meute tanzt Northern Soul (ein überaus cooler Stil, wie ich finde) und auf der Bühne steht John Newman mit Band und ruft seiner Verflossenen nach. Eigentlich ziemlich unverständlich, dass dieser coole Typ verlassen wurde. Nur noch fünf Tage, dann kommt sein Debütalbum „Tribute“ auf den Markt.

Zu guter Letzt ein Klassiker: „so fresh, so clean“ von OutKast. Eignet sich für folgende Okkasionen: Einschlafen, Rumhängen, After-Hours.

Neue Musikperlen

Ich habe erneut in meiner gedanklichen Plattensammlung gekramt. Die existiert zu großen Teilen wirklich nur im meinem Kopf, denn die Musik höre tatsächlich überwiegend im Internet. Herausgekommen sind wieder einige Musikperlen, die ich (passend zur anstehenden Jahreszeit) wärmstens empfehle.

Letzten Freitag habe ich Radio gehört. Das kommt schon mal vor. Aber eine Neuvorstellung für die votebaren N-Joy Top 30 hat meine Aufmerksamkeit vollkommen auf sich gezogen. Die neuseeländische Sängerin Lorde hat (laut Moderator) mit „Tennis court“ etwas geschaffen, das sich „Eiswürfel anhören würden“. Wenn sie denn könnten. Das klingt erstmal schräg; das Video wirkt ebenso. Aber schließen wir die Augen und lassen uns auf den steril produzierten Elektronikwogen treiben, verstehen wir was gemeint ist. Nun mein Aufruf: Helft mit, besagte N-Joy Top 30 musikalisch aufzuwerten und votet noch bis Donnerstag für Lorde!

http://vimeo.com/690673547

Fenech-Soler gibt es schon seit 2006. Aufgefallen sind sie mir ungefährt 2011, als ich auf „Stop and stare“ gestoßen bin. Das Video spielt in Paris bei Nacht. Frontmann Ben Duffy läuft an der Seine und durch die Metro. Später sieht man die Band quasi beim Aufritt in bunten Paillettenshirts und teilweise maskiert. Die Jungs trauen sich was! Es gibt noch ein Zweitvideo, das ich aber weniger cool finde. Es spielt auf einem Schrottplatz; überall blinkende Fernseher und Kinder. Schaut und hört euch lieber „Demons“ an, ein ebenfalls sehr kunstvolles Video mit buntem Staub in der Luft, etwas Glitzer und wallende Kleidern.

Mein dritter Tipp ist/sind Haim, bestehend aus den Schwestern Danielle, Alana und Este Haim. Die drei wecken in mir den Wunsch, wieder unglaublich lange Haare zu haben, die dann leicht gewellt wahlweise im Wind fliegen oder beim Tanzen im Takt wippen. Ja, da kommt wieder der Detailfreak in mir durch. Wie auch immer, die Videos von Haim sind recht ästhetisch. In „Falling“ springen die Mädels durch die Wildnis und tanzen nachts ums Lagerfeuer. Das Debütalbum „Days are gone“ soll noch diesen Monat auf den Markt kommen, dann wird sich zeigen, ob die Masse mehr will. Ich für meinen Teil sage „ja“!

Der heutige Rausschmeißer ist Leslie Clio. Ihr Smasher „I couldn’t care less“ tötet durch Radio jeden Restnerv. Leslie selbst als Gast bei der EinsPlus-Sendung „It’s Fashion“ von Modebloggerin Jessie Weiß leider auch. Hoffen wir mal, dass sie nur eine schlechten Tag hatte. „Twist the knife“ ist düsterer als die Vorgänger. Offensichtlich geht es hier um eine verlorene Liebe und tatsächlich droht an manchen Stellen die musikalisch vertonte Depression.

Nein, so kann das ganze nicht enden. Schwermut tut keinem gut. Als kleine Aufmunterung folgt deshalb das nun wirklich letzte Video von Rooney. Habe ich schon jemals erwähnt, dass ich total auf Rollschuhdisco stehe?