Neuanfang

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Mit einem großen Knall ging meine Bachelorstudienzeit vorbei. Auf meinem Abschlussball wurde mit nämlich meine Handtasche samt Telefon geklaut, böööse! Deshalb gibt es leider für heute keine Fotos vom Abend und in naher Zukunft wohl auch nicht. Der Dieb lacht sich hoffentlich tot beim Anblick meiner iPhone-Bildergalerie. Mein Kleid war eine Entscheidung in letzter Minute. Wer meinen Instagram-Account verfolgt (welcher übrigens mit dem Klau meines Telefons ebenfalls lahmgelegt wurde), hat schon meine Italienreise mitbekommen. Eigentlich war im Anschluss ein ausführliches Urlaubstagebuch mit zahlreichen Pizza, Piazza und glücklich-am-Gardasee-Sophie-Bildern geplant. Auch von diesem schönen Gedanken muss ich mich verabschieden. Ich schweife ab, zurück zum Kleid. Das Paket kam tagesgleich zum Ball an, nachdem ich mir in der Haustür den Mittelfinger gequetscht und vom Friseur meines Misstrauens die Haare entstellen ließ. Ich hätte den Verlauf des Abends erahnen müssen! Sieben verschiedene Modelle standen zur Auswahl, ich entschied mich für dieses. Absolute Kaufempfehlung!

Weitere unwichtige Details des besagten Tages erspare ich meiner geschätzten Leserschaft nun. Stattdessen werfe ich lieber den Blick nach vorn. Und was sehe ich? Bewerbungsunterlagen, den nahenden Herbst und irgendwie das totale Ungewisse. Das schreit förmlich nach einer neuen Musik-Playlist. Also gut, ich starte den Versuch, meiner Aufbruchstimmung eine Melodie zu geben.

Starten wir mit Lenny Kravitz. Die erste Single aus seinem neuen Album „Strut“ heißt „The Chamber“, was er in einem Fernsehinterview mit Knarre übersetzte. In dem Album geht es wie so oft im Leben um Liebe und deren schlechte Seiten. Das erste Lied handelt auch direkt vom Loslassen einer gescheiterten Beziehung. Widmen wir uns also dem Video. Hier wird zunächst folgendes Zitat Friedrich Nietzsches mit klassischen Klängen untermalt: „The true man wants to things, danger and play. For that reason he wants woman, as the most dangerous plaything.“ Nicht sehr optimistisch. Danach ein Revolverknall und schon setzt die eigentliche Musik mit deutlichem Retrotouch ein. Das Video zeigt Lenny zwischen Leidenschaft und Leid in der Stadt der Liebe – Paris. Ok, der letzte Satz war ein Wortspiel par excellence. Also schnell weiter zum nächsten Lied.

Ich sprach von Aufbruchstimmung. Diese wird bei „Echo“ von Fettes Brot sehr schön deutlich. Wir alle warten auf Echos, eine Rückmeldung, jeden Tag. Ehrfahrungsgemäß wächst dieses Verlangen gerade im Herbst, wenn das öffentliche Leben der Stagnation entgegen strebt.

Die Foo Fighters haben wirklich einen feinen Sinn für Humor. Das wissen wir seit den Videos zu „big me“ und „Learn to fly“. Auch bei „Walk“ aus dem Jahre 2011 (Ist das letzte Studioalben der Band wirklich schon wieder drei Jahre her?) zeigen die fünf ihr Selbstironiepotenzial. Die erzählte Geschichte ist dabei eigentlich gar nicht so witzig. Dave Grohl, vom Alltag und den anderen Autos im Stau eingeengt, schnappt sich seine Gitarre und verlässt fluchtartig das eigene Fahrzeug. Er bepöbelt und vermöbelt Kioskbesitzer und die Bedienung im Fastfood-Restaurant und überfährt am Ende sogar einen golfspielenden Schnösel, bevor er endlich bei seiner Band ankommt. Dort wird die Krawatte gelockert und mit den Instrumenten losgelegt. Wirklich gut ist der Ausgang des Videos dann aber doch nicht. Fun fact am Rande: Die Foo Fighters spielen wohl bei Rock am RIng 2015! Was für eine Freunde, haben sie doch Ende 2012 angekündigt, in Zukunft erstmal keine Liveauftritte mehr zu planen. Auch ein neues Album ist für 2014 angekündigt, welches den Namen „Sonic Highways“ tragen und musikalisch angeblich eine neue Richtung einschlagen wird.

Ein Hoch auf die Kontraste! Wenn ich Zuhause Musik höre, springe ich von langsamer zu schneller, von trauriger zu euphorischer, von klassischer zu elektronischer Musik im Minutenwechsel. Deshalb hier abschließend der absolute Kontrast zu den Foos: die lieblich säuselnde Ariana Grande, welche dem aktuell überaus erfolgreichen DJ-Produzenten und Grammy-gekrönten Zedd den Gesangspart für „Break free“ liefert. Das Video ist total Banane. Ariana kämpft im Weltall gegen das Böse, befreit seltsam gekleidete Menschen und feiert danach eine Alienparty, auf der – Überraschung! – Zedd auflegt. Das schlimmste am ganzen Outfit sind eigentlich ihre orientalisch anmutenden Gesichtsaufkleber und die weißen Stiefel, die leider auch zu ihrem festen Liveauftritt-Inventar gehört. In den Kategorien Gesangstalent und natürliche Schönheit ist Ariana aber ganz vorne mit dabei.

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